Dienstag, 4. Oktober 2011

2.8., Tag 12 – champaign pow!!!


30cm fresh verwandeln die Laubwälder im unteren Teil des Gebietes in Treeruns, wie ich sie in den Alpen noch nie gefunden hätte. Dazu ist der Schnee heute champaign-mäßig leicht und trocken, auch das hab ich in der Heimat so noch nie gehabt.  Ein besonderes Gefühl auf jeden Fall, faceshots ohne Ende!
Ich treffe auch wieder  neue Leute, die mit mir einige Runde fahren. Dass ich hier mit so vielen verschiedenen Ridern aus aller Welt meine Powdererlebnisse teilen darf, taugt mir besonders. Einzig meine verlorene GoPro geht mir heute ab. Doch eine neue ist bereits bestellt und so gut wie im Anflug – wie auch der Rest der qttp-crew, die doch auch fehlt, um die ganze Sache abzurunden.
Der morgige Tag soll auf jeden Fall schneetechnisch noch eins draufsetzen, sie sagen einen weiteren nächtlichen dump und ab Mittag strahlend schönes Wetter voraus. Fast kitschig also. Was genau auch immer dieser, mein vorläufig letzter Skitag in Termas de Chillán bringen wird – ich glaube es wird mir gefallen.


up up, where snow is colder. and hey, hello sunshine.

1.8., Tag 11 – losing it.


Das neblige Wetter lädt zum chiläxn im Hotpool des zum Skigebiet gehörenden Hotels direkt neben der Piste. Das 38 Grad heiße, natürliche Thermalwasser kocht mir mein Hirn weich, weshalb ich vor lauter Entspanntheit meine wasserdichte Helmkamera liegen lasse, 10 Zentimeter neben dem Becken. Leichtes Spiel also für die hiesigen GoPro-Ganoven, die ein solches Geschenk natürlich gerne annehmen. Als ich eine halbe Stunde später zum Ort des Geschehens zurückkomme, ist sie sicher schon längst im Handpepäck irgendeines gierigen brasilianischen Luxushotel-Gastes verschwunden. Gut. Nicht.

Sonntag, 2. Oktober 2011

31.7., Tag 10 – THE SHIT.

Ich lerne noch mehr Leute aus der kleinen, sich bestens bekannten Freeride-Gemeinde kennen. Reimundo ist wahrscheinlich einer der besten chilenischen Skier überhaupt; Lena aus Hamburg, die vor einem Monat eine Mischung aus Snowboardshop und Kaffee eröffnet hat und dort ihre eigene Kleidungsmarke vertreibt, ist froh mal wieder jemand Deutschsprachigen um sich zu haben (und sie macht die beste fucking heiße Schokolade der Welt); drei witzige Park-Kiddie-Schlumpfinen aus Frankreich blödeln mit dir auf der fast halbstündigen Liftfahrt und starten mitten im Powderhang einen dreisprachigen Freestyle-Rap vom Feinsten. Alle sind irre aufgeschlossen und amüsant, und allmählich zeigen sie mir den ganzen Berg und die vielen Backcountry-Möglichkeiten darauf, denen sie allen recht spaßige Namen gegeben haben. „Elephant rock“ ist heute the place to be, „tres dedos“ fahre ich beim ersten Run um 9 mit Reimundo und seinen Jungs, und beim letzten um 5 mit Gustavo.
Das Beste ist, du wirst hier dank vorzeitlicher Lifttechnik nicht müde Gas zu geben. Acht Stunden shredden pro Tag ist gleich vier Stunden in einem Alpen-Skigebiet ist gleich zehn Runs Maximum. Aber diese zehn sind zum Niederknien, und zum nie wieder Aufstehen. Termas de Chillán – this is THE SHIT!

...und hier ein erstes Video-edit, zusammengeschnipselt aus dem Material von drei hammerschönen Tagen in Termas de Chillan, Chile, Ende Juli 2011.

watch on youtube for a bigger picture!






Samstag, 1. Oktober 2011

30.7., Tag 9 – falling in love.


Man erzählt mir, dass ein nicht ganz unspektakulärer Part für das so far beste Snowboardvideo aller Zeiten hier in Termas de Chillán gedreht wurde – Scottie Lago´s Slide auf dem 5 Meter hohen Führungsseil des längsten Sesselliftes im Gebiet ist im Trailer für „The Art of Flight“ selbst unter all den übrigen Szenen von einer anderen Welt noch gut vertreten. Und wen wunderts, dass Travis Rice und Crew hier auch heuer wieder mit tonnenweise flügelverleihenden Dosen und zwei Helis aufkreuzen werden:
Auch bei heute teilweise schlechter Sicht und böhigem Wind kann dieser Ort zwar nicht die Welt vor dem von Menschenhand verursachten Untergang bewahren und verhindern, dass wir alle in die Hölle kommen, aber er kann viel. Powder, obwohl es weder am Vortag noch in der Nacht geschneit haben kann, quasi aus dem Nichts. Die wenigen Spuren von gestern sind schon längst wieder verschwunden. Das Wetter die Bombe. Der Ausblick genial. Die Leute relaxt. Ich verliebe mich gerade. In Chile.






















29.7., Tag 8 – …und dann wurde es Pow. Und es war gut.

Jetzt weiß ich, warum ich hier bin. Das Sauwetter der letzten Tage hat uns einiges an Neuschnee gebracht, heute ist es bedeckt aber okay, und zum ersten mal seit meiner Ankunft vor vier Tagen haben sie auch den langen Sessellift zur Bergstation geöffnet, was mir Zugang verschafft zu: Hängen in bester Lage, untracked 9 to 5. Felsen. Treeruns. Rinnen. Bowls. Wenn schon nicht alles, dann zumindest vieles, was dir als Freerider so einfallen könnte. Aber es fällt hier niemandem ein, der Powder gehört mir mir mir, mir ganz allein. Und halt den Leuten, die mit mir shredden. Und maximal noch allen anderen. Aber sonst: mir. Nuff said. qttp